Keine normale Domina
Eine dominante Frau muss edel, unnahbar und exklusiv sein.
Sie is unereichbar, bedeckt stets ihre weiblichen Geschlechtsmerkmale und lässt niemanden ran!
Nacktfotos und Sexfilme sind nicht exklusiv, sondern drittklassig.
Dieses Gedankengut wird mir ab und zu entgegen geschleudert, unter der Behauptung, dass man nur so als glaubwürdige und echte Göttin wahrgenommen wird.
Ich habe aber als Sub begonnen und bin immer noch bekennende Switcherin; auch wenn ich dies nicht in Sessions anbiete. Ich denke nicht, dass mich dies unglaubwürdiger macht, sondern mir ganz im Gegenteil Erfahrungen gibt, die andere Dominas vielleicht nicht haben. Ich weiß, wie es sich anfühlt, machtlos und hilflos zu fühlen. Ich kenne den meditativen Zustand zwischen Schmerz und Erregung. Ich kenne die Scham-Gefühle, die Angst und die Verletzlichkeit. Ich kenne das Bedürfnis von Liebe gemischt mit Gewalt.
Somit verstehe ich die Wünsche meiner Subs und kann auf sie eingehen.
Zweitens denke ich, dass sich hinter der ersteren Aussage auch sexistisches und patriarchales Gedankengut verbirgt. Warum ist eine dominante Frau nur wertvoll und glaubwürdig, wenn sie bekleidet und sexuell unnahbar ist? Verbirgt sich dahinter nicht auch der Glaubenssatz, dass Frauen nicht sexuell sein können oder sollen. Versucht da nicht mir jemand Anderes auzudrängen, wie ich sein soll?
Was, wenn ich eine dominante Exhibitionist bin? Es liebe vor anderen Menschen Sex zu habe. Wenn ich es liebe, mit vielen verschiedenen Menschen Sex zu haben, am besten gleichzeitig und vor einem Publikum? Was, wenn ich es liebe andere mit meinem nackten Körper in den Wahnsinn zu treiben? Was, wenn ich mein Sexleben mit euch auf Video teilen will?
Was wenn ich eine dominante Frau bin, die dazu steht und in die Welt hinausschreit: Ich bin stark und ich bin verletzlich. Ich bin Top und ich bin Sub. Ich habe keine Scham und keine Angst, davor meinen Körper so zu zeigen wie er ist, denn mein Körper ist kein Sexobjekt, sondern ein Kunstwerk.

